Qualzucht
Was bedeutet der Begriff Qualzucht?
  Einige Farb- und Fellschläge fallen unter den Begriff Qualzucht und sollten auch für Futtermauszüchter tabu sein. Diese Tiere leiden unter vom Menschen durch selektive Zucht veränderte Gene. Nicht nur weil durchaus Futtertiere evtl. auch als Liebhabertiere abgegeben werden könnten, sondern einfach weil diese Tiere unter den angezüchteten Merkmalen leiden, sollte auf eine Zucht mit den folgenden Mäusen verzichtet werden:
Locken-, Rex-, Langhaar- und Angoramäuse
 

Vor allem bei den Lockenmäusen sind die Tasthaare stark gebogen bis komplett verkräuselt und können ihren Zweck für die Maus nicht mehr erfüllen. Wer eine normale Maus beobachtet, wird schnell merken, wie wichtig für die Tiere die Tasthaare sind. Außerdem kommt es durch verformte Wimpern, deren Spitzen häufig ins Auge hineinwachsen zu chronischen Augenentzündungen, vor allem bei rotäugigen Mäusen. Das Fell dieser Tiere ist insgesamt viel dünner und da es für sie schwieriger zu pflegen ist kommt es deutlich häufiger zu  Parasitenbefall als bei normalen Mäusen. Durch das ungrade Herauswachsen der Haare aus den Hautpapillen kommt es oft zu Hautirritationen, die sog. Kratzmäuse sind vermehrt unter den Locken- und Langhaarmäusen zu finden.

A(y)- Mäuse (Fettgen)
 

Mäuse, die das A(y)-Gen (+ sämtlicher Verdünnungsformen davon) tragen neigen zur erblich vorprogrammierten Fettleibigkeit. Dies betrifft Tiere mit den Farben: Red,Fawn,Cream,Sable und Marten Sable. Die Fettleibigkeit hat genetisch Ursachen und selbst mit einer strengen Diät nehmen die Tiere nicht ab. Sie leiden häufig unter Herz- Kreislaufproblemen, sind schnell kurzatmig, können nicht klettern und bekommen Gelenkserkrankungen wegen des lebenslang viel zu hohen Gewichtes.

Es gibt im Moment Bemühungen rote Mäuse ohne A(y) zu züchten. Die Farbe wird im Gegensatz zum A(y) rezessiv vererbt, die Tiere sind nomalgewichtig und fallen damit nicht unter die Qualzucht.

Tanzmäuse
  Tanzmäuse sind neurologisch schwerkranke Tiere, die andauernd im Kreis laufen.
Nacktmäuse

Die Probleme der Nacktmäuse ergeben sich von selbst.
Singmäuse
  Es gibt tatsächlich Händler, die sich nicht scheuen sog. Pfeif- oder Singmäuse zu verkaufen. Das sind Tiere mit einer schweren Mycoplasmoseinfektion deren Atemgeräusche durch irreversible Lungenschäden hervorgerufen werden. Diese Tiere haben ein geschwächtes Immunsystem und sollten nicht zur Zucht genommen werden. Sie würden die Belastungen mehrerer Trächtigkeiten nicht lange überleben.